Ausstieg aus den Trianel-Kohle-Projekten

Die Stadtwerke Dachau beabsichtigen mehrere Millionen € in die beiden Steinkohlekraftwerke in Lünen und Krefeld zu investieren. Die BI Kontra-Kohlestrom-Dachau hat sich zur Aufgabe gemacht die Stadtwerke Dachau zum Ausstieg aus diesem Projekt zu bewegen.

Jetzt gehts vor Ort weiter mit der Bürgerstrom Dachau EG

Freitag, 28. August 2009

Pressemitteilung zum Infobrief der Stadtwerke v. 18.08.2009

Die Stadtwerke Dachau haben am 18.08.2009 einen Informationsbrief zu seinen Kraftwerksbeteiligungen und dabei insbesondere zu seinen Kohlekraftwerksbeteiligungen an seine Kunden in Dachau verschickt. Die BI Kontra-Kohlestrom-Dachau nimmt dazu folgendermaßen Stellung:

Zunächst freuen wir uns als noch sehr junge Gruppierung in Dachau innerhalb kurzer Zeit (Gründung am 02.02.2009) eine so hohe Aufmerksamkeit erreicht zu haben. Dies zeigt uns, dass zum Thema Kohlekraftwerksbeteiligung und Erneuerbare Energien in Dachau erheblicher Diskussions- und Informationsbedarf herrscht. Wir werden uns dieser Aufgabe weiter stellen. Der nächste Termin für unseren Infostand wird der Samstag 05.09.2009 am unteren Markt sein, weitere Termine sind in Planung. Wir laden alle Dachauer Bürger ein uns an unserem Infostand zu besuchen und sich zu informieren. Weitergehende Informationen rund um das Thema Kohlekraftwerke und Erneuerbare Energien sind auf unserer Internetpräsenz über http://kontra-kohle-dachau.blogspot.com/ nachzulesen.

Weiter stimmen wir mit dem Ziel der Dachauer Stadtwerken absolut überein, dass nur starke und unabhängige Stadtwerke langfristig eine günstige Energieversorgung der Dachauer Bürger gewährleisten können. Dazu müssen die Stadtwerke die eigene Stromerzeugung weiter ausbauen um von Großkonzernen unabhängig zu werden – auch mit dieser Zielsetzung stimmt die BI mit den Stadtwerken überein. Kohlekraftwerksbeteiligungen gefährden diese Ziele.

Wir von der BI Kontra-Kohlestrom-Dachau sind allerdings sehr überrascht über den massiven finanziellen Einsatz, den die Stadtwerke Dachau nun betreiben, um sich für Ihre Kohlekraftwerksbeteiligungen zu rechtfertigen. Die Argumente die die Stadtwerke dabei aufführen sind mehr als dürftig, man könnte sogar von „Allgemeinplätzen“ sprechen. Im übrigen machen schöne Fotos Kohlestrom nicht besser. Die nun aufgewendeten finanziellen Mittel hätten gewinnbringend in z.B. neue Solarzellen oder in eine Vorplanung für ein Blockheizkraftwerk in Dachau gesteckt werden können.

Die Stadtwerke Dachau gehen in Ihrem Informationsschreiben nicht auf die wirtschaftlichen Risiken Ihrer Kohlekraftwerksbeteiligungen ein.

• Das Kohlekraftwerk in Lünen ist bereits im Bau, obwohl es noch nicht genehmigt ist. Die Klage des Bund Naturschutzes liegt derzeit beim Europäischen Gerichtshof. Welche zusätzlichen Kosten hier auf die Stadtwerke Dachau zukommen sind nicht abzusehen
• Ab April 2013 müssen für Kohlekraftwerke CO2-Zertifikate gekauft werden. Allein das Kraftwerk in Lünen wird pro Jahr 4,5 Mio. Tonnen CO2 ausstoßen. Beim Preis für CO2 erwartet die EU-Kommission etwa 70 Euro pro Tonne ab 2013. Die Stadtwerke Dachau rechnen mit weniger als 30 Euro pro Tonne.
• Der Preis für Kohle und der dafür benötigte Transport aus z.B. Südafrika oder sogar Australien wird in den nächsten Jahren auch wegen der massiven Nachfrage aus China massiv steigen. Aktuell liegt der Kohlespotmarktpreis bei 140 bis 160 US-Dollar pro Tonne. Das ist fast eine Verdopplung gegenüber 2006. Dabei wird es aber nicht bleiben. Schon jetzt kann Windstrom günstiger erzeugt werden als Kohlestrom. Herr Pfänders Aussage dazu, dass mit steigenden Rohstoffpreisen und steigenden CO2-Zertifikatspreisen auch die Strompreise steigen und damit die Wirtschaftlichkeit von Kohlekraftwerken erhalten bleibt, wird wir in Zukunft so nicht mehr gelten. Wenn Erneuerbare Energien billiger sind als Kohlestrom, dann kann Kohlestrom nicht mehr verkauft werden.
• Das Arrhenius Institut kommt in einer Studie zum geplanten Kohlekraftwerk in Mainz zu dem Schluss, dass Kohlekraftwerke unwirtschaftlich sind. Auch große Stromkonzernen steigen mittlerweile aus der Planung von neuen Kraftwerken wegen der wirtschaftlichen Risiken aus (z.B. Kiel)
• Die Flüsse in Deutschland sind in den letzten Jahren aufgrund des Klimawandels und der Kühlung von Großkraftwerken bereits im Mittel um 3 Grad wärmer geworden. Schon heute müssen viele Großkraftwerke im Sommer in Ihrer Leistung gedrosselt werden. Dies reduziert die Wirtschaftlichkeit zusätzlich.
• Bei steigendem Anteil von Erneuerbaren Energien werden für eine Übergangszeit flexible Gaskraftwerke gebraucht. Kohlekraftwerke, die in Ihrer Natur nur Grundlastfähig sind, sind damit wirtschaftlich unrentabel (Aussage von E-ON Vorstand Bernotat, SZ v. 01.07.2009)

Alle diese Punkte sind keine „emotionalen Argumente“, dies sind harte Fakten. Herr Heimerl und Herr Pfänder gefährden mit dem festhalten an Ihren Kraftwerksplänen einen stabilen Strompreis für Ihre Dachauer Kunden und damit die wirtschaftliche Grundlage der Stadtwerke Dachau. Die Zeche muss am Ende von den Dachauer Bürgern getragen werden.

Außerdem: Durch die Kohlekraftprojekte in Lünen und Krefeld werden keine alten Kraftwerke ersetzt. Bis jetzt haben die Stadtwerke Dachau konkret kein Kraftwerk nennen können das tatsächlich abgeschaltet wird. Ein Wirkungsgrad von 45 % ist inakzeptabel. Ein modernes Blockheizkraftwerk (wie z.B. in Karlsfeld geplant) erreicht Wirkungsgrade von bis zu 90 %. Und das ohne Emissionen von CO2. Eine Energielücke durch die Abschaltung von Atomkraftwerken gibt es nicht. Das Umweltbundesamt kommt in verschieden Studien ebenfalls zu diesem Ergebnis.

Investitionen in lokale Kraftwerke in Dachau sind wirtschaftlich sinnvoller:

• Sie machen die Stadtwerke Dachau tatsächlich unabhängig.
• Sie bringen Arbeitsplätze vor Ort
• Sie bringen Steuereinnahmen vor Ort
• Sie bringen zusätzliche Einkommensquellen für unsere heimische Landwirtschaft
• Sie schützen die Dachauer Bürger von Strompreiserhöhungen und entlasten Sie von weiter steigenden Energiepreisen für ihre Heizung.
• Durch Fernwärmenetze können die Stadtwerke zusätzliche Kunden gewinnen und sichern

Es gibt mittlerweile zig Beispiele von Kommunen, die auf lokal erzeugte Energie umschwenken. Die naheliegendsten Beispiele sind dabei München, Karlsfeld, Fürstenfeldbruck und Pfaffenhofen. Alle diese Kommunen machen diesen Schritt sicherlich nicht aus Idealismus sondern ausschließlich wegen der wirtschaftlichen Vorteile, die dieser Schritt mit sich bringt.

Tatsache ist auch, dass die Stadtwerke Dachau bis jetzt keine nennenswerten Investitionen in Erneuerbare Energien und die damit notwendigen Infrastruktur (z.B. Fernwärmenetz) getätigt hat. Ihre Investition in den Windpark Borkum-West II liegt auf Eis, da es für ein solches Projekt derzeit keinen Finanzier gibt. Der Hinweis auf eine mögliche Biogasanlage ist nur ein grünes Feigenblatt. Dazu gibt es weder Planungen noch ein Fernwärmenetz.

Die Stadtwerke Dachau haben ausser Investitionen in Kohlekraftwerke keine Strategie und keine Zielsetzungen. Wir fordern die Leitung der Stadtwerke Dachau auf kreative Ideen zu entwickeln, wie in Dachau lokal Energie erzeugt werden kann, um damit die Stadtwerke Dachau auch in Zukunft leistungsstark und unabhängig zu erhalten.



Das Sprecherteam der Bürgerinitiative Kontra-Kohlestrom-Dachau:

Stefan Donath, Michael Eisenmann, Emmo Frey, Heinz Schmeisser

Dachau, im August 2009

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Der Kohlosaurus besucht die Dachauer Altstadt

. Die Veranstaltung über die die Dachauer SZ nicht berichten wollte und weil wir das benennen sind sie jetzt beleidigt...

Erst Blutkohle, dann Blutstrom

Ab der Minute 6:10 min geht es um das Gebiet El Cerrjón in dem die Stadtwerke Dachau Kohle für die Kraftwerke abbauen lassen. Auch wenn man kein Spanisch kann, versteht man den Beitrag sehr gut. Auch die ersten 6 Minuten lohnen sich anzusehen.

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“Es ist so sauber”, freut sich der Familienvater am Anfang des Spots. Darauf der gelackte Verkäufer: “Ist gewöhnliches ’sauber’ für Ihre Familie sauber genug?” Und überreicht das neue “Clean Coal Clean”, den neuen “Saubere Kohle-Reiniger”. Die Stimme aus dem Off erklärt: “Die Bezeichnung ‘Saubere Kohle’ macht sich die wunderbare Stärke des Wortes ’sauber’ zunutze - um es als sauberstes ’sauber’ überhaupt erscheinen zu lassen.” Und dann nochmal der Verkäufer: “Clean Coal wird unterstützt von der Kohleindustrie, der vertrauenswürdigsten Stelle in Sachen Kohle.” - “In Wahrheit gibt es so etwas wie ’saubere Kohle’ nicht”, schließt der Abspann. Diesen Spot produzierten die Oscar-Preisträger Ethan and Joel Coen (”No Country for Old Men”, “The Big Lebowski” u.a.). Noch mehr Spots zu dem Thema finden Sie hier.